Immer wieder werde ich gefragt, wie ich meine Choreos erstelle und wie ich mich auf meine Shows vorbereite. Aus diesem Grund möchte ich euch hier einen kleinen Einblick geben, wie das bei mir so abläuft. Prinzipiell trainiere ich mit all meinen aktiven Hunden täglich in etwa eine Stunde. Dabei ist es nicht so, dass ich mit jedem Hund einzeln eine Stunde trainiere (dafür müsste mein Tag sonst ja 100 Stunden haben;-), sondern dass ich viele Übungen mit mehreren Hunden gleichzeitig mache. Dazu zählen dann natürlich auch Steadyness-Übungen. Dies sind Übungen wo beispielsweise drei meiner Hunde eine vorgegebene Position halten müssen, während ich mit Hund Nummer 4 aktiv bin. Dabei ist es sehr wichtig, dass die Hunde die gerade im sogenannten „stand by modus“ sind, stark belohnt werden. Am besten noch bevor der aktive Hund seine Belohnung erhält.

Viele meiner Übungen dienen auch dazu, dass meine Hunde alle genau wissen, wann sie gemeint sind und wann nicht. So gibt es verschiedene Aktionen wo ich gezielt einem Hund einen Auftrag gebe, und während der eine Hund seinen Auftrag ausführt belohne ich bereits die anderen dafür, dass sie auf diesen Auftrag nicht reagiert haben. Was für mich für meine Shows auf der Bühne besonders wichtig ist, sind die Wortkommandos. Diese trainiere ich dementsprechend intensiv. Wenn ich am Training bin für eine ganz bestimmte Show, erlerne ich meinen Hunden zu den Wortkommandos dazu dann die entsprechenden Körpersignale. Dies sind tänzerische Bewegungen die zu dieser speziellen Musik bzw. Geschichte passen. Als Beispiel: bestimmt kennst du meine Choreographie „drunken sailer“. Da bin ich ein besoffener Seemann und bewege mich auch wie ein Solcher. So habe ich der Sazzou gelernt, dass sie – wenn ich mich torkelnd um meine eigene Achse drehe – sie „twist“ und „turn“ macht, oder sie rückwärts geht, wenn ich dem Publikum zuproste. Diese Bewegungen passen aber natürlich nicht, wenn ich ein ganz anderes Musikstück und dann natürlich auch eine ganz andere Choreographie habe. Zu dem Lied „poker face“ habe ich Luna damals gelernt, rückwärts zu gehen wenn ich meine Handfläche über mein Gesicht bewege (ich weiss nicht wie ich diese typische Bewegung sonst beschreiben soll;-) ). Es ist also wichtig, dass du deinem Hund als Grundlage (dabei rede ich von all den Hundesportarten wo du mit deinem Hund zur Musik aktiv bist) immer das Wortkommando und dann bei einer entsprechenden Choreographie das passende Körpersignal dafür erlernst.

Speziell in der Vorbereitung auf einen bestimmten Auftritt, mache ich dann sehr viel Sequenztraining. Dazu nehme ich Teile aus meiner Show und konzentriere mich dabei auf den flüssigen Ablauf und auch die Übergänge von einer Handlung zur anderen. In dieser Phase trainiere ich meistens mit dem bekannten Jackpot. Dies ist ein geniales Mittel um die Motivation deines Hundes sehr hoch zu halten, auch wenn du während der Aktion nicht belohnst. Wichtig ist es dabei absolut variabel zu belohnen. Dies bedeutet, dass dein Hund nie wissen soll wann und mit was du belohnen wirst. Für die Belohnung mit dem bekannten Jackpot ist es wichtig, dass du dir auch wirklich ein klar definiertes Ziel setzt. Sollte dein Hund dieses Ziel nicht erreichen, musst du den Jackpot auch tatsächlich wieder verschwinden lassen. Generell ist Jackpot-Training eine super geniale Möglichkeit in der Show-Vorbereitung. Wichtig – wie natürlich bei Allem was du mit deinem Hund machst – dass du weißt was du dabei beachten musst und wie dein Hund das Verständnis dafür bekommt.


Hin und wieder tanze ich meine Choreographie zusammen mit meinen Hunden auch komplett durch. Dabei wechsel ich die Art der Belohnung immer ab. Mal trainiere ich mit dem Clicker, mal ohne. Ich achte dann auch immer darauf an verschiedenen Orten und unter unterschiedlichen Umständen mit meinen Hunden zu trainieren. Natürlich weiß ich um die Schwächen meiner einzelnen Hunde und richte dementsprechend auch mein Training darauf aus. Damit meine ich, dass ich mir als Ziel setze, dass mein Hund genau mit dieser Situation oder dieser Begebenheit lernt klar zu kommen. So hat meine Sazzou zum Beispiel das Problem, wenn fremde Menschen direkt auf sie zukommen. Inzwischen hat sie gelernt damit umzugehen. Wir haben genau diese Situation neutralisiert, so dass sie es inzwischen schafft dies einfach zu ignorieren und sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Natürlich schafft man dies nicht von jetzt auf gleich. Aber wenn du deinem Hund zeigst, dass er sich in jeder erdenklichen Situation auf dich verlassen kann, dann wird er lernen mit jeder Situation klar zu kommen.

Der Grund warum ich es so sehr liebe mit meinen Hunden auf der Bühne zu stehen, ist in erster Linie weil ich mich so sehr darüber freue, wenn ich Menschen damit überraschen kann, was Hunde alles im Stande sind zu erlernen. Wenn die Zuschauer dann auch noch erkennen, mit wieviel Begeisterung und Motivation meine Hunde dabei sind, dann bin ich glücklich. Mir ist es nicht so wichtig, Perfektion zu zeigen – vielmehr möchte ich zusammen mit meinen Hunden für gute Stimmung sorgen und die Zuschauer begeistern. Die Show mit Hilfe von meinem Kostüm, den Requisiten und bei JAD-Dogs auch mit den verschiedenen Geräten zu einem phantasievollen Konzept werden zu lassen, ist ebenfalls eine Aufgabe die mir sehr viel Spaß macht. Ich liebe es, dabei mit den kleinsten Kleinigkeiten ins Detail zu gehen. Solltest du auch Lust auf einen Auftritt zusammen mit deinem Vierbeiner haben, dann bin ich es, die dich super gerne dabei unterstützt.
Liebe Grüße von eurer
Mica Köppel-Haug