Findelkinder

Meine Findelkinder am Anfang sehr verängstigt

Bereits einen Tag nach unserer Ankunft auf Fuerteventura Anfang Februar, entdeckte ich auf dem Grundstück meiner Finca eine ziemlich kleine und total verängstigte Hundemama. Ich war gerade mit meinen Hunden beim Training, als ich mich umsah, weil ich aus der Nähe ein Bellen vernahm. Da sah ich sie zum ersten Mal: meine kleine „Wuffi-Buffi-Familie“. Allesamt total dünn, voller Zecken und sehr scheu. Die kleine Hundemama hatte ganz ausgelaugte Zitzen und wirkte auch sehr schwach. Dennoch hatten alle drei großes Interesse an meinen Hunden und ganz offensichtlich auch an dem, was wir da machten. Als meine sieben Monate alte Koolie-Hündin „Monroe“ sie entdeckte, sprang sie – so ungestüm wie sie nun einmal ist – sofort zu allen dreien hin. Sie beschnupperten sich gegenseitig und – ich würde sagen – sie waren sich von Anfang an sympathisch…!

Erst mal Futter – dann sehen wir weiter

Generell bin ich eher der Meinung, dass es – zumindest in den meisten Fällen – besser ist, die Hunde nicht aus dem Ausland mitzubringen. Oftmals sind die Hunde bereits ihre Selbständigkeit gewöhnt und lieben ihre Freiheit. So dachte ich zu Beginn auch als ich auf diese kleine Hundefamilie traf. Mein Plan war es lediglich dafür zu sorgen, dass sie – für die Zeit in der ich hier auf der Insel bin – keinen Hunger leiden müssen. Als ich am nächsten Tag wieder mit meinen Hunden auf den Trainingsplatz kam, waren die drei auch wieder da. Ich hatte ihnen am Vorabend Futter hingestellt, dass sie mit großer Gier verschlungen haben. Dieses Mal konnte ich sogar etwas dichter an die kleine Mannschaft heran kommen. Nun sah ich, dass die Hündin einen Sohn und eine Tochter hatte. Der Bub war fast doppelt so groß wie seine kleine Schwester – die wohl in den nächsten Tagen verhungert wäre, wenn ich sie nicht gefunden hätte.

Liesl und Pauli

Liesl und Pauli

Schritt für Schritt kennenlernen

Natürlich bekamen die Welpen von mir auch gleich Namen – das Mädchen den Namen „Liesl“ und der Bub „Pauli“. Das waren ganz einfach die Namen, die mir einfielen, als ich den tapsigen „Kerlchen“ zum ersten Mal begegnet war. Bei der Hundemama, dauerte es etwas länger mit der Namensfindung. Sie erstaunte mich jeden Tag aufs Neue, wie taff und mutig sie doch war. Obwohl ich ihr ständig ihre Furcht und Angst anmerkte, traute sie sich mit jedem Tag noch näher an mich, meine Hunde und auch an meine Finca heran. In der Früh war es das Erste was ich erledigte: ich fütterte meine kleine „Wuffi-Buffi-Familie“.

Happy

Das ist Happy

Böser Schreck mit Happy-End

Dann kamen zwei ganz schreckliche Tage: ich merkte gleich, dass etwas nicht stimmte, denn es kam mich keine Hundefamilie in der Früh freudig begrüßen! Ich rief sie Alle und machte zusammen mit meinen Hunden einen ausgiebigen Spaziergang rund um mein Grundstück. Ich machte mir große Sorgen, denn den ganzen Tag gab es kein Lebenszeichen von den Dreien. Abends war dann die Mama plötzlich wieder da. Sie hatte einen Strick um den Hals und war vollkommen aufgeregt. Sie lief umher, hatte die ganze Zeit die Nase am Boden und jammerte. Ich befürchtete das Schlimmste. Was war ihren Babys zugestoßen? Was mochte da nur passiert sein? Zwei ganze Tage war ich voller Sorge und irgendwie war ich mir fast sicher, dass die Kleinen wohl verunglückt waren. Die Hundemama schlich ständig um meine Finca und man sah ihr an, wie beunruhigt auch sie war. Immer wieder zogen wir los um die beiden Welpen zu suchen. Am dritten Tag geschah das kleine Wunder – wie aus dem Nichts waren Liesl und Pauli plötzlich wieder da. Ich weiß bis heute nicht, was da los war. Aber das ist auch egal, denn ich bin einfach nur glücklich, dass ihnen nichts passiert ist. Von diesem Tag an, hatte ich auch den passenden Namen für die Hundemami: „Happy“. Sie war so glücklich und ich sah sie den ganzen Tag voller Freude mit ihren Kindern toben.

Was braucht meine Wuffi-Buffi-Familie jetzt ?

Inzwischen kam Happy auch so nah zu mir her, dass ich sehen konnte, dass die kleine Maus eine abgeschlagene Rute hat. Das letzte Drittel von ihrem Schwanz fehlt und der Stumpf sieht wirklich nach Misshandlung aus. Das war auch der Moment, indem ich beschloss, alles dafür zu tun, dass ich die kleine Findelfamilie mit nach Deutschland nehmen kann. Ich selbst kann sie leider nicht behalten, da das meinem Hunderudel gegenüber nicht fair wäre – aber ich werde alles daran setzen richtig gute Plätze für meine „Wuffi-Buffi-Familie“ zu finden. Mir war klar, dass sie alle drei geimpft und gechipt werden müssen, damit sie überhaupt mit nach Deutschland kommen dürfen. Dazu musste ich sie erst einmal in mein Haus bekommen. Mit Liesl und Pauli war das auch gar nicht so schwierig, bereits nach ein paar Tagen kamen sie zum Füttern in meine Finca und ich konnte die Türe schließen. Happy dagegen hatte so eine Panik vor Berührungen und geschlossenen Türen, dass es mir nicht möglich war, sie ins Haus zu bekommen.

Beim Tierarzt

Zusammen mit Happy beim Tierarzt

Woran man alles denken muss!

Also fuhren meine Freundin und ich mit den Babys zum Tierarzt in den Nachbarort auf der Insel. Dort entdeckten wir dann, dass die kleine Liesl beide Ohren komplett voller Zecken hatte und sogar zwischen ihren Zecken alles aufgebissen war. Davon hatte sie eine heftige Entzündung am ganzen Körper. Beide bekamen eine Wurmkur und auf dem Heimweg kauften wir auch gleich noch Transportboxen für Beide. Nun musste auch noch der Rückflug organisiert werden. In drei Wochen sollte der Sohn meiner Freundin zu Besuch kommen. Wir buchten für seinen Rückflug zusätzlich einen Hund als Handgepäck und einen Platz für den Frachtraum. Denn pro Person, ist bei dieser Fluggesellschaft, immer nur ein Hund im Frachtraum zulässig.

Meine Hunde machen Happy happy

In meinem Tagesablauf musste nun auch das Training mit den Kleinen integriert werden. Sofort machte ich Vertrauens- und Namenstraining mit den Beiden. Inzwischen ist ihre Bindung zu mir schon so gut, dass ich gar keine Leine mehr benötige. Die kleine Happy dagegen hat es mir nicht so leicht gemacht. Sie hat wohl offensichtlich so schlechte Erfahrungen gemacht, dass sie wohl keinem Menschen mehr trauen wollte. Sie freute sich zwar riesig, wenn sie mich sieht, ist aber immer zur Flucht bereit. Trotzdem war ich zuversichtlich und näherte mich ihr in ganz kleinen Schritten und bewies ihr jeden Tag aufs Neue, dass sie mir vertrauen kann. So kam es dann auch, dass sie tatsächlich in meine Finca kam. Meine Freundin schloss die Türe. Was jetzt passierte war für mich ganz furchtbar: die kleine Happy bekam Panik! Sie rannte schreiend im Haus umher und versuchte sich überall zu verkriechen. Mir blutete das Herz! Ich war tatsächlich kurz davor, die Terrassen-Türe wieder zu öffnen. Mir war aber klar, dass es wohl die einzige und letzte Chance war an Happy heran zu kommen. In dieser furchtbaren Situation, waren meine eigenen Hunde eine sehr große Hilfe. Sie sprangen zu Happy hin und sie waren es auch, die es schafften die kleine Hundemama zu beruhigen. Den ganzen restlichen Tag und auch die Nacht über, verkroch sich Happy. Ich lies ihr auch ihre Ruhe, weil mir klar war, dass sie diesen Schock erst einmal verarbeiten musste.

Wuffi Buffi Family

Die ganze Wuffi Buffi Family

Ein neues Zuhause für die Wuffi-Buffi-Familie?

Und wieder geschah ein kleines Wunder: als ich in der Früh ins Wohnzimmer kam, sprang mir Happy auf dem Schoß und lies sich direkt aus meiner Hand füttern. Ich hatte Tränen in den Augen. Es war für mich einfach das Zeichen, dass sie mir vertraut. Mit ihrer Handlung hatte sie mir gesagt, okay Mica ich schließ mich dir an! Inzwischen waren wir auch beim Tierarzt. Die kleine Hundemama ist ebenso wie ihre Kinder geimpft und gechipt und auch der Flug ist gebucht. Jeden Tag machen wir Bindungs- und Vertrauensübungen und haben miteinander Spaß. Mitte März geht es dann heim und fürs Erste haben alle einen guten, sicheren und liebevollen Platz bei mir. Ich werde mich auf die Suche machen für perfekte Plätze für Alle. Ich bin mir sicher, dass meine „Wuffi-Buffi-Familie“ eine gute Zukunft in Deutschland erwartet.

Wie geht es weiter?

Wie Du hier ja lesen konntest, berührt es mich sehr, wenn Hunde ganz auf sich gestellt sind und niemanden haben, der nach ihnen schaut. Doch nicht nur das tägliche Füttern und ein guter Schlafplatz sind mir wichtig: Hunde brauchen auch Orientierung und Erziehung, damit im Zusammenleben von Hund und Mensch alles gut klappt. Falls Du selber die Bindung zu Deinem Hund aufbauen, vertiefen oder schulen willst, empfehle ich Dir mein Hunde-Online Training. Mit diesen Video-Kursen kannst Du trainieren, wo und so oft Du willst. Schau doch selber, ob diese Kurse zu euch passen:

Basistraining

Gerne halte ich Dich auch auf dem Laufenden, wie meine Geschichte mit der Wuffi-Buffi-Familie weitergeht. Schau dafür einfach demnächst wieder hier bei MICA LIVE vorbei oder melde Dich hier für den Newsletter an.

Liebe Grüße und bis zum nächsten Wiedersehen oder Kontakt
sagt Dir Deine Mica

 

 

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